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Ab 1.1.2018 gelten neue Regelungen für die Besteuerung von Investmentfonds, die insbesondere für Privatanleger Änderungen mit sich bringen.

Ab diesem Zeitpunkt unterliegen Investmentfonds selbst mit ausgewählten inländischen Einkünften (insb. inländische Dividenden und Einkünfte aus inländischen Immobilien) der Körperschaftsteuer (Steuersatz = 15 %). Gewerbesteuer müssen sie in der Regel nicht zahlen.

Auf Anlegerebene erfolgt bei der Ausschüttung oder Thesaurierung von Erträgen sowie bei der Veräußerung der Fondsanteile grundsätzlich eine weitere Besteuerung mit der Abgeltungsteuer (Steuersatz = 25 %). Allerdings werden hierbei Teile der Erträge in Abhängigkeit von der Kategorie des Investmentfonds (Aktien-, Misch- oder Immobilienfonds) steuerfrei belassen. Auf diese Weise soll die Doppelbesteuerung (beim Investmentfonds und zusätzlich
beim Anteilseigner) vermieden werden. Es gelten folgende Freistellungen:

Art des Investmentfonds Freistellung beim Inhaber der Fondsanteile
Aktienfonds (≥ 51 % des Werts des Fonds
in Kapitalbeteiligungen)
30 % für natürliche Personen mit Anteilen
im Privatvermögen
60 % für natürliche Personen mit Anteilen
im Betriebsvermögen*
80 % für Kapitalgesellschaften als Anleger*
Mischfonds (≥ 25 % des Werts in Kapitalbeteiligungen)
50 % der Freistellungssätze für
Aktienfonds*
Immobilienfonds (≥ 51 % des Werts in
Immobilien und Immobiliengesellschaften)

60 % bei mindestens 51 % Immobilienanlage*
80 % bei mindestens 51 % ausländischer
Immobilienanlage*

* Für die Gewerbesteuer gelten jeweils die hälftigen Teilfreistellungssätze.

Zur Abwicklung des Übergangs auf das neue Besteuerungssystem gelten bestehende Anteile an Investmentfonds steuerlich zum 31.12.2017 fiktiv als veräußert und gleichzeitig wieder als neu angeschafft. Der hieraus entstehende fiktive Gewinn ist steuerfrei, soweit die Investmentanteile ursprünglich vor dem 1.1.2009 von Privatpersonen angeschafft wurden. Bei Anschaffungen ab dem 1.1.2009 ist ein aus dieser fiktiven Veräußerung entstehender
Gewinn steuerpflichtig, aber die Zahlung der Steuer erfolgt erst bei der tatsächlichen Veräußerung der Fondsanteile.

Nach der bis zum 31.12.2017 geltenden Regelung sind Veräußerungsgewinne aus Fondsanteilen, die vor dem 1.1.2009 angeschafft wurden (sog. Altanteile), steuerfrei. Diese Steuerbefreiung entfällt mit Wirkung für zukünftige Wertsteigerungen. Die ab dem 1.1.2018 erzielten Wertsteigerungen der Altanteile unterliegen zukünftig der Besteuerung nach den oben genannten Regeln, es wird jedoch ein Freibetrag von 100.000 € gewährt. Die bis zum 31.12.2017 erzielten Wertsteigerungen bleiben dagegen steuerfrei. 

Hinweis: Die Besteuerung von Fondsanlagen hängt künftig sehr stark vom Einzelfall ab. Wir empfehlen, Fondsanlagen im Hinblick auf die steuerliche Kategorisierung (Aktien-, Misch- oder Immobilienfonds) zu überprüfen, um ggf. eine steuerliche Optimierung vorzunehmen.

 

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