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von Professor Dr. W. Edelfried Schneider
President Accountancy Europe
Geschäftsführer HLB Deutschland

Sehr geehrte Mandanten des HLB-Netzwerks!

seit 25.10.2016 liegen zwei wichtige Richtlinienvorschläge der EU-Kommission vor, nämlich

1. der Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über eine Gemeinsame Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage
[COM (2016) 685 final] – GKB bzw. CCTB sowie

2. der Vorschlag für eine Richtlinie des Rates für eine Gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) [COM (2016) 683] – GKKB bzw. CCCTB.

Diese haben im Wesentlichen durch die folgenden Punkte hohe Aufmerksamkeit erlangt:

1. Erhöhter Betriebsausgabenabzug für FuE-Aufwendungen: Bis zu einer Höhe des FuE-Aufwands von 20 Mio. € sollen 150 % dieser Aufwendungen steuerlich abzugsfähig sein; darüber hinausgehend ist ein Abzug in Höhe von 125 % vorgesehen.

Für Start-ups (Alter < fünf Jahre, nicht börsennotiert, Mitarbeiterzahl < 50, Jahresumsatz < 10 Mio. €) soll eine Sonderregelung eingeführt werden, die 200 % der FuEAufwendungen zum Abzug zulässt.

2. Kalkulatorische Zinsen auf das Eigenkapital: Der kalkulatorische Zinsabzug soll bewirken, dass die Mindestrendite einer Investition nicht besteuert wird. Hintergrund ist die steuerliche Abzugsmöglichkeit für Fremdkapitalzinsen.

3. Es soll einen grenzübergreifenden Verlustausgleich geben.

4. Die nationalen Körperschaftsteuersätze sind nicht Gegenstand der Vereinheitlichung.

Während die Punkte 1–3 allenthalben begrüßt wurden, ist die Beibehaltung nationaler Körperschaftsteuersätze negativ zu bewerten, weil dadurch die Mitgliedstaaten nach wie vor Steuerwettbewerb betreiben können und auch müssen, um so wachstumsfördernde Investitionen anzulocken. Nicht auszuschließen ist auch, dass in einem Land unterschiedliche Körperschaftsteuersätze eingeführt werden, nämlich einmal solche für die Besteuerung nach dem EU-System und andere für die Besteuerung nach nationalen Bilanzierungsvorschriften.

(Den ungekürzten Artikel nebst Quellen finden Sie auf der Website von HLB Deutschland: https://www.hlb-deutschland.de/europa_aktuell/index_ger.html)

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